Fachinformationen rund um's Schleifen von

Schruppschleifen – die Lösung „für’s Grobe“

Schruppschleifen wird zur Erzielung eines großes Spanvolumens in kurzer Zeit bei Metall oder Stein eingesetzt. Wichtig ist dabei, für jeden Werkstoff die entsprechende Scheibe mit dem passenden Schleifkorn zu wählen. Hochleistungskeramikkörner können die Standzeit dabei drastisch verlängern und die Bearbeitungszeit verringern.

Einsatzgebiete einer Schrupp-Schleifscheibe

Die Schruppscheibe ist kunstharzgebunden und wurde Anfang der 50er Jahre für grobes spangebendes Bearbeiten von Metall oder Stein entwickelt. Im Gegensatz zur Trennscheibe ist die Schruppscheibe für das Schruppschleifen ausgelegt und nicht zum Trennen von z.B. Metall geeignet.

Beispiel: Die Trennscheibe misst 125×1 mm und die Schruppscheibe misst 125×6 mm.

Prinzipiell bezeichnet „Schruppen“ bei spanenden Fertigungsverfahren das Abheben von Werkstoff mit großem Spanvolumen. Es dient dazu, innerhalb möglichst kurzer Bearbeitungszeit das Werkstück der Endkontur so weit wie möglich anzunähern. Das wird durch grobzahnige Werkzeuge und eine große Schnitttiefe erreicht, so dass Späne mit einem relativ großen Volumen entstehen. Der Schruppvorgang hinterlässt meist raue Oberflächen mit geringer Maßgenauigkeit. Die exakte Endkontur des Werkstücks wird in weiteren Durchläufen mit feineren Werkzeugen (Schlichten, Feinschleifen, Fertigschleifen) erzeugt.

Kräfte beim Schleifen mit verschiedenen Verfahren

Fertigschleifen: 2,5 -7,5 N  / mm Scheibenbreite
Feinschleifen: 4,0 -11,0 N / mm Scheibenbreite
Schruppschleifen: 7,0 -18,0 N / mm Scheibenbreite

Die Schruppscheibe ist zum Einsatz auf Elektro- oder Druckluftwinkelschleifern gedacht und erreicht max. Umfangsgeschwindigkeiten von 80 m/s. Sie kommt überwiegend im Stahl-/  Metallbau, in Schlossereien oder im Bausektor zum Einsatz. Metallische Gegenstände lassen sich mit Schruppscheiben schleifen (Flächen, Schweißnähte, Radien, Kanten), entgraten oder auch anfasen.

Zur Erzielung optimaler wirtschaftlicher Ergebnisse wird für jeden Werkstoff die entsprechende Scheibe benötigt, denn das Schleifkorn und die Bindung sind auf das jeweilige Material (Stahl, Edelstahl, NE-Metall, Bronze, Titan, Messing, Alu, Stein) abgestimmt. Anwender, die z. B. mehr als nur einen Werkstoff bearbeiten, setzen vielfach Universalscheiben ein. Diese bieten immer noch gute Schleifergebnisse und reduzieren die Lagerhaltungskosten deutlich.

Aufbau einer Schruppscheibe

Kunstharzgebundene, faserstoffverstärkte Schrupp-Schleifscheiben sind mit Glasgewebeeinlagen versehen – aus Gründen der Stabilität meist aus mehr als zwei Glasfaserlagen. Das macht sie robust und verleiht ihnen eine lange Standzeit. In der Regel bestehen die Schleifkörner der Schruppscheibe aus Siliziumkarbid, verschiedenen Korunden oder Aluminiumoxid in unterschiedlicher Korngröße. Die in Kunstharz gebundenen Schleifkörner sind aber einem Alterungsprozess ausgesetzt, deshalb besitzt jede Schruppscheibe ein Verfallsdatum (meist 3 Jahre nach Produktionsdatum) nach dem die Leistung der Scheiben nachlässt.

Beim Schleifen bzw. Schruppen mit der Schruppscheibe bleibt diese steif. So entsteht ein besserer Anpressdruck und man kann gezielt schleifen. Dadurch hat die Schruppscheibe eine viel höhere Abtragsleistung als andere, etwa eine Fächerscheibe – allerdings auch eine höhere Vibrations- und Lärmentwicklung.

Abmessungen von Schruppscheiben

Gängige Größen für Schruppscheiben sind: (Außendurchmesser x Dicke x Bohrungsdurchmesser in mm)

  • 100 x 6 x 16 (hauptsächlich Asien)
  • 115 x 6 x 22,2
  • 125 x 6 x 22,2
  • 150 x 6 x 22,2
  • 180 x 6 x 22,2
  • 230 x 6 x 22,2
  • 300 x 8 x 75,2

Gefahren begegnen

Durch die große Schnittbreite entstehen beim Schruppschleifen oftmals hohe Temperaturen, die Scheibe verbrennt irgendwann und verliert an Schnittwirkung. Daraus resultierendes stärkeres Drücken kann letztlich zum Bruch der Scheibe führen. Umherfliegende Scheibenstücke können den Anwender und in der Nähe befindliche Personen verletzen. Um Fliehkräften und der Belastung standzuhalten, muss der Hersteller die Sicherheitsstandards einhalten, die in den Normen EN 12413 geregelt sind. Auch bei Verwendung von beschädigten, falsch aufgespannten oder falsch eingesetzten Schruppscheiben können schwere Verletzungen entstehen.

Praxistipp: Schweißnaht-Bearbeitung mit der Schruppscheibe

Eine Schruppscheibe trägt mehr Material ab und ist darum auch gut geeignet, um Schweißnähte bei Stahl und Metall grob zu schleifen – doch in der Praxis ist dies nicht ganz einfach: So muss genau der richtige Druck ausgeübt werden, um das Werkstück fehlerfrei zu bearbeiten. Ist der Druck zu hoch, kommt es zu hitzebedingten Verfärbungen; ist er zu niedrig, „hüpft“ die Scheibe und die Naht wird wellig und ungleichmäßig geschliffen.

Tipp 1: Schruppen nur mit der Schruppscheibe niemals mit einer eine Trennscheibe!

Tipp 2: Das richtige Schleifmittel wählen. Tests haben gezeigt, dass Hochleistungskeramikkörner wie z.B. das Cubitron II Korn von 3M die Standzeit verdreifachen und die Bearbeitungszeit halbieren können. Der Grund liegt in der absolut gleichförmigen Kornstruktur. Während bei herkömmlichen Schleifmitteln ein nicht unbeträchtlicher Teil des Drucks benötigt wird, um das Schleifmittel „aufzubrechen“ und so überhaupt erst Schneidflächen zu erzeugen, bleiben die HighTech-Schleifkörner – vereinfacht ausgedrückt – immer gleich scharf.

Tipp 3: Die richtige Haltung zählt. Für einen guten Nahtschliff ist es wichtig, den Winkelschleifer phasenabhängig kräftig mit Druck zu sich hin zu ziehen, aber wieder leicht vom Werker weg zu bewegen. Nur so viel Druck einsetzen, dass die Maschine gerade eben nicht hüpft. Mehr Einsatz schlägt sich nur in erhöhter Wärme nieder, nicht in mehr Schnitt. Der optimale Winkel zum Werkstück beträgt etwa 30 Grad.

Lesen Sie dazu auch unseren Beitrag zum Thema Schweißnaht schleifen.

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