Fachinformationen rund um's Schleifen von

Altlacke abschleifen

Der Lack ist ab und neu wieder drauf – mit Schleifen zu guten Ergebnissen

Das Abtragen vorhandener Lackschichten steht oft an erster Stelle, wenn alte Holzmöbel, Metallrahmen oder Autoteile aufbereitet werden sollen. Abschleifen ist eine Arbeitsmethode, die richtig eingesetzt und mit den passenden Werkzeugen sowie Schleifmitteln zu perfekten Ergebnissen führt.

Wer z.B. alte Türen, Fensterrahmen, Fußleisten oder Möbel aufarbeiten will, muss zunächst oft mehrere vorhandene Lackschichten entfernen, die sich im Laufe der Jahre millimeterdick angesammelt haben. Mehrschichtige Farbaufträge führen oft dazu, dass die schmalen Profilierungen etwa einer Kassettentür irgendwann kaum noch als solche zu erkennen sind und ein Neuanstrich in fast allen Fällen unbefriedigend ist. Die alten Tropfnasen, Risse und Abplatzungen bleiben dann nämlich sichtbar. Aber auch Metallrahmen oder Fahrzeugkarosserien müssen für ein neues Finish meist erst einmal von alten Lackierungen befreit werden.

Chemie versus Motorkraft: Der Mix macht’s

Abschleifen oder Abbeizen? Nicht jede Praktik ist für jedes Holz gleich gut geeignet. Feiner Staub beim Schleifen steht meist hartnäckigen Gerüchen beim Abbeizen gegenüber.

Generell gilt aber: Die einfachste Methode ist die beste!

Und für Gesundheit und Umwelt ist das Abschleifen meist die Arbeitsweise der ersten Wahl, um alte Lackschichten zu entfernen. Zwar kann feiner Schleifstaub gesundheitliche Probleme bereiten, aber es gibt hervorragende Schleifmittel, die den anfallenden Staub durch Löcher in der Schleifscheibe komplett absaugen lassen. Werkstücke und Lunge bleiben damit sauber. Gefährliche Stäube sind häufig anzutreffen, falls der alte Lack Schwermetall-Pigmente enthält, was bei Lacken aus den 1950er bis 1960er Jahren bisweilen der Fall sein kann. Das Tragen einer Atemschutzmaske ist daher auch unbedingt geboten.

Vorgehen beim Entlacken

Zunächst ist brüchiger spröder oder abgeblätterter Lack grob mechanisch vorzubehandeln und mit einem Spachtel zu entfernen. Bei größeren Oberflächen spart sich ein Heimwerker Zeit und Kraft, wenn er anschließend elektrisch arbeitende Schleifwerkzeuge benutzt. Für flächige Teile, große, gleichmäßige Flächen wie Türblätter und Rahmen ist hier am besten ein Exzenterschleifer geeignet, der hat die größte Abtragsleistung, verursacht auch keine Riefen im Holz wie ein Bandschleifer. Der Exzenterschleifer führt gleichlaufende Schwing- über einer langsameren Kreisbewegung aus und erzielt somit ein feines Schleifbild bei sehr guter Abtragsleistung. Seine handliche runde Form macht ihn zudem vielseitig einsetzbar.

Der Lack wird in einzelnen Schritten abgeschliffen. Hartnäckige Farbschichten dabei zuerst mit grobem Schleifpapier vorschleifen (Körnung 40 bis 80). Dann schmirgelt man in mehreren Arbeitsgängen immer feiner, um am Ende mit feiner 180er- oder 240er-Körnung nachzuschleifen. So wird das Holz wieder richtig schön glatt und es gibt keine Splitter. Dabei immer mit leichtem Druck in Richtung der Maserung arbeiten und den Staub zwischendurch absaugen. Wichtig: Das Gerät gleichmäßig und nicht zu lange über eine Stelle führen, sonst besteht die Gefahr, dass Vertiefungen entstehen. Will man einer an sich gut erhaltenen weißen Tür nur ein wenig neuen Glanz verleihen, reicht in der Regel ein leichtes Anschleifen der Fläche 180er- oder 240er-Körnung und anschließendes Überlackieren aus

Auf das richtige Schleifmittel kommt es an

Praktisch für alle Entlackungsarbeiten sind Filmkletthaftscheiben für Exzenterschleifer mit Staub-Absaugmöglichkeit durch die gelochten Scheiben. Auf dem Markt sind hier Produkte, wie etwa die 3M-Kletthaftscheibe 775L Hookit mit patentiertem Präzisions-Keramikkorn, wo der Kornbelag sich nicht mehr so schnell zusetzt. Bei diesem Schleifkorn mit einkonstruierter Dauerschärfe und einheitlicher geometrischer Form bleiben die präzisionsgeformten scharfen Korn-Kanten auf Dauer aktiv. Die Oberfläche des Materials wird effizient, sauber und schnell bearbeitet. Das Ergebnis ist eine sauber ausgeschliffene, glatte und gleichmäßig lackierfähige Oberfläche.

Tricks und Tipps zum Schleifen von Lack auf Holz oder Metall

1.) Das Farbe- oder Lack-Schleifen verursacht feinen Staub, der am besten über einen Staubsaugerschlauch am Exzenterschleifer abgesaugt wird und wirkt so nicht wie ein ungewolltes Fremdmittel im Schleifprozess. Außerdem vermeidet dies das schnelle Zusetzen des Schleifmittels mit Schleifstaub.

2.) Man sollte zuerst Staub auf dem Schleifmittel und dem Werkstück entfernen, falls das Schleifmittel zusetzt. Ist das Schleifmittel jedoch endgültig zugesetzt, wechseln Sie es, andernfalls kann die Schleifzone leicht “speckig” werden.

Beim Schmirgeln sollte man nicht zu lange auf ein und derselben Stelle verweilen, da ansonsten der Lack oder die Farbe zu heiß werden könnten und so das Schleifmittel verklebt und unbrauchbar wird.

3.) Für Lack und Holz gilt: Stets die komplette Oberfläche ausschleifen, statt Teilflächen fertig zu bearbeiten. Dadurch bleibt die Temperaturbelastung gering und es erfolgt keine Fleckenbildung vor allem bei Lackoberflächen.

4.) Oft sind einige Schleifschritte mit verschiedenen Schleifmitteln nötig – vom Vorschleifen bis hinauf zum Feinschliff. Es empfiehlt sich dabei keine zu groben Körnungen zu wählen, sondern mit der feinsten sinnvollen Körnung anzufangen.

5.) Zum Abtragen von Lack- oder Holzschichten empfiehlt es sich, quer zur Maserung zu schleifen. Anschließend arbeitet man für das Finish in Faserrichtung, das gibt ein schönes Oberflächenbild.

6.) Sicherheit: Bei der Arbeit mit Schleifmaschinen sollten Hände und Augen mit Schutzhandschuhen und -brille geschützt werden. Empfehlenswert ist auch eine Staubmaske – besonders beim Schleifen von älteren (häufig giftigen) Lacken. Vor allem wenn große Flächen mit Maschine geschliffen werden, ist der Einsatz eines Staubfangbeutels oder besser noch eines externen Staubsaugers mit Absaugschlauch sinnvoll.

Rotierende Bürstenscheiben – Drahtbürste war gestern

Ideal für die Entlackung von Freiformteilen oder schwerer zugänglichen Stellen wie Rillen, Falze oder Profile sind Bürstenscheiben als Aufsatz für rotierende Maschinen, auch als „Bristle Brushes“ bezeichnet. Sie passen sich den Konturen und Formen der Werkstücke an. Am Markt sind u.a. Bristle Produkte wie Scotch-Brite Bristle Discs und Bürsten, deren Konstruktion ein Zusetzen der Bürste verhindert: In die Bristle-Kunststoffkonstruktion ist Schleifkorn mit hinein extrudiert. Diese Bristle Schleifmittel gewährleistet eine eine stetige Reinigungsrate und gleicht sich auch Profilkonturen an. Der Nutzen im Vergleich zu feinen Drahtbürsten liegt zudem in einem reduzierten Sicherheitsrisiko für den Nutzer, weil sich die einzelnen Drähte nicht herauslösen können.