Fachinformationen rund um's Schleifen von

Bandschleifer – richtig schleifen

Bandschleifer zählen zu den verbreiteten und beliebten Werkzeugmaschinen – ob als stationäre Maschine, wie z.B. Schleifbock, Bandschleifautomat oder von Hand z.B. als Feilenbandmaschine. Auf diese Weise können zahlreiche Schleifbearbeitungen umgesetzt werden. Mit Schleifbändern verschiedenster Abmessungen, Körnungen und Unterlagen lassen sich mit Bandschleifern unterschiedliche Abtragsraten und Schliffbilder auf einer Reihe Materialien erzielen.

Funktionsprinzip

Bandschleifmaschinen sind Werkzeugmaschinen für den Einsatz von Schleifbändern. Eines der wesentlichen Prinzipien bei jeder Art von Bandschleifern ist, dass die meist gewebeverstärkten Schleifbänder mindestens über zwei Rollen (Antriebsrolle und Umlenkrolle) laufen. Das geschlossene Schleifband wird von der Maschine über die Antriebsrolle auf eine Schnittgeschwindigkeit von 15 bis 35 m/s beschleunigt. Komplexere Bandschleifmaschinen können außerdem noch über Gegendruck- und Niederhalterrollen, Kontaktwalzen, Stützelementen sowie Stützrollen oder -scheiben verfügen. Eine manuelle bzw. automatische Schleifbandzentrierung sorgt beim Bandschleifer für eine mittige Ausrichtung des Schleifbandes auf den entsprechenden Rollen.

Typen von Bandschleifer-Geräten:

  • Stationäre Bandschleifer-Modelle eignen sich für das professionelle und individuelle Schleifen von Werkstücken.
  • Schleifböcke mit Bandschleifer (meist als Heimwerker-Lösung) dienen etwa zum Schärfen von Werkzeugen oder zur Rundbearbeitung von Werkstücken.
  • Handbandschleifer / Feilenbandschleifer sindfür den mobilen Einsatz geeignet oder für schwer zugängliche Stellen, etwa im Handwerk.
  • Bandschleifautomaten sowie Bandschleifstraßen sind optimalfür den industriellen Serieneinsatz mit hohem Teile-Durchsatz.
  • Rohrbandschleifer zeichnen sich durch zwei flexibel gelagerte Arme aus, an deren Enden die Umlenkrollen befestigt sind. Beim Schleifvorgang wird das Schleifband gegen das zu schleifende Rohr gedrückt. Das Schleifband passt sich dem Rohrdurchmesser an und durch die flexiblen Arme kommt es zu einer teilweisen Umschlingung des Werkstücks. Diese Art der Bearbeitung wird größeteteils im Geländer und Rohrleitungsbau eingesetzt.

Einsatzzwecke Bandschleifer

Bandschleifer sind für Schleifbearbeitungen jeglicher Materialien geeignet.

Beispiele möglicher Schleifanwendungen:

  • Große Flächen effizient schleifen (z.B. Abschleifen von Holzböden und Dielen, Arbeitsplatten, Tischplatten, Türen Kunststoffoberflächen etc.)
  • Bleche schleifen
  • Planschleifen von Flächen
  • Entgraten
  • Restauration historischer Fahrzeuge, Entrosten von Karosserieteilen

Zum Schleifen von unebenen Flächen oder Werkstücken, die Ecken und Winkel aufweisen, ist ein Bandschleifer hingegen nur bedingt geeignet. Für das Schleifen von engen Stellen bewähren sich hingegen Feilenbandschleifer, die ähnlich wie klassische Feilen angewendet werden und deren Bänder nur zwischen 3 bis 19 mm breit sind. Geräte mit 360° drehbarem Maschinenkopf eignen sich ideal für Schleif- und Abtragsarbeiten an schwer zugänglichen Stellen, etwa beim Entgraten oder für Entrostungsarbeiten an komplexen Metallkonturen.

Vorteile eines Bandschleifers

  • Besonders effizient für ebenmäßige Schleifarbeiten auf größeren Oberflächen
  • Lineares Schliffbild, sowie ebener Oberflächenschliff
  • Schnelle und benutzerfreundliche Anwendung
  • Individuell einstellbare und regulierbare Leistungsstufen ermöglichen auch höhen Abtrag
  • Schneller Schleifbandwechsel, meist innerhalb weniger Sekunden.

Praxistipps zum richtigen Schleifen mit Handbandschleifern

  • Bandschleifer behutsam aufsetzen um Kratzspuren zu vermeiden und zu verhindern, dass sich das Gerät spontan vorwärts beschleunigt.
  • Stets darauf achten, dass der Bandschleifer nicht verkantet und gleichmäßig geführt wird, ansonsten erhält man Riefen in der zu schleifenden Fläche.
  • Beim Schleifen nie zu lange auf einer Stelle verweilen, da sich der Schleifer sonst "eingräbt".
  • Der Schleifvorgang selbst wird mit gleichmäßigen und langsamen, leicht schlangenförmigen Bewegungen durchgeführt.
  • Mit dem Bandschleifer nur in eine Schleifrichtung arbeiten, das heißt beispielsweise von unten nach oben, nicht jedoch zwischendurch von links nach rechts.
  • Beim Bearbeiten von Holz stets nur in Richtung der Maserung arbeiten. Niemals quer, da es zu Rissen und Absplitterungen kommen kann.
  • Um hohem Materialabtrag oder Dellen vorzubeugen, Schleifer stets in Bewegung halten.
  • Um unansehnliche Übergänge zwischen Schleifbahnen zu vermeiden, empfiehlt sich eine Überlappung von ca. 33% zwischen zwei benachbarten Bahnen
  • Das Eigengewicht der Maschine reicht zum Schleifen völlig aus. Es sollte kein weiterer Druck ausgeübt werden.
  • Für die Bearbeitung von wärmeempfindlichen Kunststoffen oder gewissen Holzarten, die Drehzahl des Bandschleifers herunterregeln, um eine zu große Hitzeentwicklung und Brandspuren zu vermeiden.
  • Aufgrund der kraftvollen Schleifleistung empfiehlt es sich, für den Formschliff kleiner Werkstücke besondere Anschläge einzusetzen, damit hinterher Maße und Winkel stimmen.

Reinigung der Maschine

Im Laufe der Arbeiten setzen sich Abrieb, Harze und Schmutz sowohl auf dem Schleifband, als auch in der Maschine fest, was Leistungseinbußen bedeutet. Die Einsatzdauer der Schleifbänder kann beispielsweise durch Reinigen mit Druckluft deutlich verlängert werden. Regelmäßige Reinigung, sowie Ölne bzw. Abschmieren der Maschine nach Wartungsplan erhält Leistung und Funktion und verlängert deren Lebensdauer.

Schleifmaterialien

Dank diverser Schleifbänder mit unterschiedlichen Körnungen lassen sich mittels Bandschleifer verschiedene Schleifgrade auf vielen Untergründen und Materialien erzielen.

Körnungen

Schleifbänder sind mit Schleifkorn (z.B. keramischem Sinterkorund, Aluminiumoxid, Siliciumcarbid oder Zirkonkorund) versehen, welches die Werkstückoberfläche bearbeitet und für den Materialabtrag sorgt. Marktgängige Körnungen (Europa verwendet sog. P-Körnungen) liegen im Bereich zwischen P36 bis P400 – für Spezialanwendungen werden jedoch bisweilen auch Körnungen ab P24 bzw. bis P800 eingesetzt. Dabei gilt: Kleine P-Werte bedeuten ein grobes Korn.

Körnungsstufen der Bänder:

P24 bis P60er Körnungen für eine große Abtragsleistung.
P80 bis P180er Körnungen erzielen einen mittelstarken Abtrag.

Solch grobes Schleifpapier kommt vorzugsweise beim Materialabtrag von Metall und Holz sowie zur Rostentfernung zum Einsatz. Die genannten Körnungsbereiche lassen allerdings noch eine eher grobe Oberflächenstruktur zurück.

Erst mit P220 bis P400er Körnungen werden optisch perfekte Oberflächen erzielt.
Mit P400 bis P800er Körnung werden beispielsweise Werkstücke bearbeitet, die anschließend verchromt werden sollen. Feine Körnungen werden ebenfalls beim Schleifen von Karosserieteilen zur Vorbereitung von Lackierarbeiten eingesetzt.

Schleifbänder

Im Markt sind zahlreiche verschiedene Schleifbänder erhältlich, um das gesamte Spektrum industrieller Schleifanwendungen von Schleifböcken mit Bandschleifern über Handbandschleifer bis hin zu Bandschleifautomaten bzw. Bandschleifstraßen abzudecken. So erzielen Cubitron™ II Hochleistungsschleifbänder von 3M hohe Abtragsraten und Oberflächengüten bei besonders hohen Standzeiten. Praxiseinsätze belegen zudem ein zeitliches Einsparpotenzial von bis zu 40 Prozent. Das präzisionsgeformte selbstschärfende Dreieckskorn sorgt dabei für kontinuierlich scharfe Schneidkanten im Schleifprozess.

Da das präzisionsgeformte Keramikkorn Cubitron™ II formdefiniert ist, entspricht es keinem der weltweiten Körnungsstandards (wie etwa FEPA). Die ausgewiesene Korngröße, welche bzgl. Abtrag meist die benachbarte, größere Korngröße mit abdeckt, wird hierzu mit dem Pluszeichen gekennzeichnet und den standardisierten Kornreihen zugeordnet (z. B. 36+).

  • Ein universelles, langlebiges Hochleistungsschleifband für einen effizienten Vorschliff auf Bandschleifautomaten und -straßen, Handbandschleifern oder Schleifbock ist z.B. das Schleifband Cubitron™ II 984F – geeignet für Werkstoffe wie Stahl, Edelstahl und NE-Metall.
  • Speziell im geringen bis mittleren Schleif-Druckbereich bei Edelstahl, Baustahl, NE-Metallen und Aluminium ist das Cubitron™ II 947A Schleifband geeignet (besonders für Feilen-, Kurzbänder). Die leichtere X-Unterlage unterstützt das Kantenverrunden.

Für hohe Zerspanraten bietet sich etwa das Schleifband Cubitron™ II 784F für praktisch alle Metalle an. Es schleift auch bei geringerem Druck in den groben Körnungen.

Zum Feinschleifen empfiehlt sich u.a. das 3M Trizact™ Band 953FA für den spitzenlosen Nassschliff. Besonders vorteilhaft sind dabei weniger Bandwechsel und damit geringere Stillstandszeiten der Maschine.